Kinder in Suchtfamilien #1

👉Ist es wahr, dass es Kinder aus Suchtfamilien erheblich schwerer in ihrem Leben haben?

👉 Mit welchen Schwierigkeiten müssen diese Kinder rechnen? Und werden sie ebenfalls süchtig?

👉 Hallo Zusammen, ich bin Karin und ich begrüße Dich auf meinem Blog. Du bist hier richtig, wenn Du etwas über Co – Abhängige Strukturen erfaharen möchtest.

Seit vielen Jahren unterstütze ich sehr erfolgreich Familien und Einzelpersonen, die mit abhängigen Strukturen – sei es nun Alkohol oder Co Abhängigkeit, ihre Schwierigkeiten haben.

Sarah, 6 Jahre und Paul, 9 Jahre alt erzählen aus ihrer Sicht, was es so schwer macht, in einer Suchtfamilie aufzuwachsen!

Wie fühlt sich eine normale Kindheit an?

Sarah weiß es nicht, denn sie wächst, zusammen mit ihrem Bruder Paul in einer Suchtfamilie auf. Heute sagt man dazu „Dysfunktionales Familiensystem“. Sarah würde dieser Ausdruck missfallen, denn er beschreibt nicht im Ansatz die Wirklichkeit von ihrem Leben.
Der Tagesablauf, durchtränkt von Angst und Schmerz. Eine Mutter die nur noch traurige Blicke wirft. Sarah glaubt manchmal, sie sei schuld an dem ganzen Dilemma.

Das Papa sich manchmal so komisch verhält, doch dies redet ihr Paul jedes Mal aus. Und Paul ist ihr größerer Bruder, er weiß mehr und hat „fast“ immer Recht. Wenn Paul nicht recht hat, behält Sarah dies für sich, denn Paul hält ihre Gespräche mit den Bäumen und ihren Tieren für Humbug, Blödsinn… Sarah sieht dies anders.

Sarah wird bald 7 Jahre alt und sie ist ein ausgesprochen hübsches Mädchen, ein bisschen ruhig für ihr Alter und zu Zeiten sehr in sich gekehrt. Ein sehr braves Kind halt, sagt die Nachbarin von Gegenüber.
Wenn sich Mama und Papa streiten, und das passiert leider sehr oft in letzter Zeit, zieht sich Sarah zurück in ihre eigene kleine Welt.

In dieser anderen Welt ist alles noch in Ordnung. Sarahs Papa ist groß und stark und beschützt sie liebevoll. Mama kann zu Hause bleiben, denn Papa bringt viele Geschenke mit nach Hause. Das wichtigste jedoch, Papa und Mama haben sich ganz dolle lieb.

Paul ist 11 Jahre alt und er liebt Sport und Fußball. Leider fehlt ihm die Zeit zum regelmäßigen Bolzen und Spielen. Seinem Trainer ist sein Talent nicht entgangen. Der Vater von Sarah und Paul ist Spiegeltrinker. Viele Jahre hatte er seinen Alkoholkonsum ganz gut unter Kontrolle. Seit 1 Jahr ist der Vater arbeitslos und nun trinkt er schon morgens Schnaps und Bier. Die familiäre Situation hat sich nun enorm verschlechtert für Alle.

Es kommt zu Gewaltausbrüchen und exzessiven Trinkgelagen, die oft tagelang anhalten. Sarah zieht sich nun immer mehr in ihre eigenen Welten zurück und Paul musste sich schon 2-mal schützend vor seine Mutter stellen.
Die Situation ist außer Kontrolle geraten.

Die Einnahme einer Rolle passiert unmerklich und unbewusst.

Sehr intensiv haben sich, unabhängig voneinander, die amerikanischen Autorinnen Sharon Wegscheider (1988) und Claudia Beck auseinandergesetzt.

Sharon Wegscheider:
1. Rolle: Der Held
2. Rolle: Das schwarze Schaf
3. Rolle: Das stille, verträumte Kind
4. Rolle: Der Clown

👉 Paul und die Rolle des Helden:

• Diese Rolle ist nicht geschlechtsspezifisch.

• Es sind oftmals die Ältesten in der Geschwisterreihe.

• Ist der Gute innerhalb der Familie – reguliert somit das Familiengeschehen (sein Vorteil und sein Nutzen).

• Hilfreich innerhalb der Familie und auch Außerhalb der Familie.

• Sie sorgen für Anlass der Freude, Stolz und Hoffnung.

• Überverantwortlich, scheinen selbst keine Probleme zu haben.

• Suchen sich im Erwachsenenalter oftmals eine*n Partner*in mit Suchtproblematik.

• Sehr Leistungsfähig, oftmals sehr erfolgreich in Sport und Beruf.

• Sind häufig in Helferberufen tätig.

👉 Hilfe für Betroffene:

  • NACOA Deutschland – Interessenvertretung für Kinder aus Suchtfamilien e.V
    mit Sitz in Berlin.

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